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BNetzA: Ausschreibung für Solardächer schwächelt

Die gute Nachricht zuerst: Die Ausschreibung für Windkraft an Land lief super. Das ist erfreulich, denn die Windbranche hatte einige schwierige Jahre. Die weniger gute Nachricht: Bei Solardächern wurden weniger Angebote eingereicht, als ausgelobt waren.

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Die Zuschlagswerte blieben jedoch stabil. „Die angespannte Konjunktur, in hohem Maße aber auch politisch bedingte Planungsunsicherheit sind die wesentlichen Ursachen für die schwache Auktionsteilnahme“, urteilt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar).

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Der Verband fordert, dass die Bundesregierung schnell für Investitionssicherheit sorgen muss. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) solle ihr Pläne begraben, dass ab 2027 keine Entschädigungen mehr gezahlt werden, falls das Netz überlastet ist.

Nur 177 Megawatt eingereicht

In der jüngsten Auktion waren 283 Megawatt auf Gebäuden und Lärmschutzwänden ausgeschrieben. Es wurden 98 Gebote eingereicht, die allerdings nur 177 Megawatt erreichen. Dies war deutlich weniger als in der Ausschreibung im Oktober 2025, als 310 Megawatt eingereicht wurden.

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Die Bundesnetzagentur schloss 13 Gebote aus, somit gingen 85 Gebote ins Rennen (Summe: 155 Megawatt). Alle wurden bezuschlagt. Die Zuschlagswerte reichen von 7,88 Cent je Kilowattstunde bis zehn Cent je Kilowattstunden. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert liegt mit 9,56 Cent leicht unterhalb der Vorrunde (9,66 Cent) und unterhalb des für die Ausschreibungen in diesem Jahr geltenden Höchstwerts von zehn Cent je Kilowattstunde.

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NRW, Niedersachsen und Brandenburg

Die meisten Zuschläge entfallen auf Nordrhein-Westfalen (50 Megawatt, 24 Zuschläge), Niedersachsen (17 Megawatt, zwölf Gebote) und Brandenburg (17 Megawatt in neun Zuschlägen).

Das Ergebnis der jüngsten Ausschreibung zeigt, dass der Netzzugang zum Nadelöhr der Energiewende geworden ist. Statt den Flaschenhals noch enger zu ziehen, müsste er verbreitert werden. „Barrieren beim Netzzugang müssen endlich abgebaut, das Stromnetz effizienter genutzt und der Speicherausbau zur Vermeidung negativer Strompreise vorangetrieben werden“, fordert Carsten Körnig vom BSW-Solar.

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Unhaltbare Praxis der Netzbetreiber

Unhaltbar ist nach Ansicht des Verbandes zudem die aktuelle Praxis der Netzbetreiber, Solaranlagen und Stromspeicher bei Netzengpässen abzuregeln. Es wird also nicht nur die Einspeisung vorübergehend unterbunden, sondern auch in die Systemsteuerung des Eigenverbrauchs eingegriffen.

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Auf diese Weise kann beispielsweise wertvoller Solarstrom vom Firmendach nicht vollständig im Unternehmen genutzt werden. Wenn solche Marktbarrieren fallen und die Investitionen sicher und planbar sind, dürften viele Firmen ihre Dächer in den nächsten Jahren für Sonnenstrom nutzen. (HS)

Auf der Website der Bundesnetzagentur finden Sie die Details dieser Ausschreibung.