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Solarausbau legt neun Prozent zu – BSW Solar sieht Vorzieheffekte

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat Daten aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ausgewertet. Demnach wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 7,4 Gigawatt neue Solarleistung installiert. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es rund 6,8 Gigawatt. Das bedeutet ein Plus von rund neun Prozent.

StromVKG: Speicher bessergestellt, aber Gaskraftwerke weiter bevorzugt

Als Ursachen nennt der BSW-Solar zwei Faktoren: den gestiegenen Wunsch vieler Haushalte nach Energieunabhängigkeit infolge der Energiekrisen im Zusammenhang mit dem Ukraine- und dem Iran-Krieg sowie Vorzieheffekte. Diese seien durch die angekündigten Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums ausgelöst worden, die Förderung nach dem EEG für neue Solaranlagen ab 2027 weitgehend abzuschaffen.

BSW-Solar: Ausbautempo reicht langfristig nicht aus

Nach Einschätzung des Verbands reicht das aktuelle Tempo nicht aus, um die gesetzlichen Ausbauziele bis 2030 dauerhaft zu erreichen. Derzeit sind in Deutschland mehr als sechs Millionen Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von über 125 Gigawatt installiert. Zusammen mit rund 2,7 Millionen stationären Batteriespeichern decken sie etwa ein Fünftel des deutschen Stromverbrauchs. Das gesetzliche Ziel liegt bei 215 Gigawatt bis 2030.

Photovoltaikmarkt bleibt stabil, Nachfrage nach Batteriespeichern zieht kräftig an

„Derzeit befinden wir uns zwar noch auf dem gesetzlichen Ausbaupfad. Das ist jedoch vor allem Sondereffekten zu verdanken. Die kommenden Jahre sind kein Selbstläufer", sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Durch mehr E-Autos, Wärmepumpen, Rechenzentren und Klimaanlagen wird der Strombedarf wachsen. „Deshalb darf der Ausbau von Solaranlagen auf Dächern, Fassaden und Freiflächen jetzt nicht ausgebremst werden."

Verband kritisiert EEG-Reform und Netzpaket

Der Branchenverband warnt vor den geplanten Änderungen im Rahmen der EEG-Reform und des sogenannten Netzpakets. Konkret kritisiert der BSW die vorgesehene Streichung der EEG-Förderung für neue Anlagen, eine Direktvermarktungspflicht für kleinere Gebäude-Solaranlagen sowie den Wegfall von Entschädigungen bei netzbedingten Einspeisebeschränkungen. „An einem stärkeren Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt klima-, energie- und wirtschaftspolitisch kein Weg vorbei", betont Körnig.

Solarstrom spart Kosten in dreistelliger Milliardenhöhe

Nach Einschätzung von Wissenschaft und Branche würden diese Maßnahmen den Solarausbau deutlich verlangsamen und zehntausende Arbeitsplätze gefährden. Rückendeckung erhält der Verband auch vom Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE). Eine aktuelle Studie des Instituts kommt zu dem Ergebnis, dass ein verstärkter Einsatz von Batteriespeichern Milliardenkosten für Verbraucher, Wirtschaft und öffentliche Haushalte vermeiden kann. (nhp)

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