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Solarhandwerk kritisiert Netzpaket als Investitionsbremse

Der Bundesverband des Solarhandwerks (BDSH) hat eine Stellungnahme zum geleaken Netzpaket des Bundeswirtschaftsministeriums veröffentlicht. Der Entwurf sieht drei zentrale Maßnahmen vor: Verteilnetzbetreiber sollen Netzgebiete mit einer Abregelungsquote über drei Prozent für bis zu zehn Jahre als „kapazitätslimitiert" ausweisen können.

Streit um Netzpaket: Solarbranche warnt vor neuen Hürden

Neue Ökostromanlagen dürften dort nur errichtet werden, wenn die Betreiber für zehn Jahre auf Entschädigungen bei Abregelung verzichten. Zudem sollen Betreiber einen Baukostenzuschuss pro Kilowatt Netzanschlussleistung zahlen.

Solarhandwerk sieht Dachanlagen gefährdet

Der BDSH warnt, dass der Entwurf auch kleine Hausdach-Photovoltaikanlagen treffe. Zwar setze die Priorisierungsregelung formal erst bei 135 Kilowatt an. Die Logik des Entschädigungsverzichts gelte aber in denselben Netzgebieten, in denen auch Kleinanlagen einspeisen.

Netzpaket-Entwurf der Regierung stößt auf Widerstand

Baukostenzuschüsse im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich träfen Privathaushalte prozentual stärker als große Projektierer. Der Verband sieht darin eine Investitionsbremse in einem Markt, in dem der Zubau privater Solaranlagen nach Verbandsangaben bereits rückläufig ist.

Redispatchkosten sinken bereits

Der Solarverband hält den Eingriff auch für sachlich unbegründet. Die Kosten für Netzengpassmanagement seien von rund 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf etwa 2,7 Milliarden Euro im Jahr 2024 gesunken. Die Übertragungsnetzbetreiber hätten ihre Prognosen für 2025 bis 2028 um nahezu 9 Milliarden Euro nach unten korrigiert. Der Verband verweist auf eine Aussage von Amprion-Chef Christoph Müller: „Wir sehen an diesen Zahlen, dass der Netzausbau wirkt."

Verband fordert mehr Flexibilität

Statt den Erneuerbarenausbau zu bremsen, fordert der BDSH unter anderem eine Beschleunigung des Smart-Meter-Rollouts, die Förderung flexibler Netzentgelte und dynamischer Tarife, eine Entbürokratisierung von Energy Sharing sowie den gezielten Ausbau von Stromspeichern. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (NBE) habe den Entwurf als „in Gesetzesform gegossener Wunschzettel der Netzbetreiber" bezeichnet. Diese Einschätzung teile auch der BDSH. (nhp)

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