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Alpine Solaranlage auf kreuzförmiger Unterkonstruktion liefert Energie fürs Skigebiet

Der Innsbrucker Systemanbieter Helioplant baut zusammen mit Solaredge in Sölden im Ötztal in Tirol eine alpine Solaranlage der besonderen Art. Denn die bifazialen Solarmodule werden nicht wie üblich schräg aufgeständert, sondern vertikal auf einer kreuzförmigen Unterkonstruktion montiert. Jeweils 15 bis 16 bifaziale Module werden als vier unabhängige Flügel rund um eine Säule angeordnet.

Luftturbulenzen wehen den Schnee weg

Diese baumartige Struktur hat einige Vorteile auch gegenüber der vertikalen Aufständerung der Module in Reihen. Denn durch die vertikale Montage bleibt kein Schnee auf den Modulen liegen. Die kreuzförmige Anordnung verhindert zusätzlich Schneeverwehungen. Dadurch werden selbst bei geringen Windgeschwindigkeiten Luftturbulenzen erzeugt, die die Schneeansammlung verhindern. Die Photovoltaikanlage bleibt schneefrei. Um die Struktur herum bildet sich ein natürlicher Schneekrater, der das Licht auf die Unterseite der Module reflektiert und so durch den sogenannten Albedo-Effekt den Energieertrag weiter steigert.

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Verschattungen ausgleichen

Durch das baumartige Design eignet sich die Photovoltaikanlage auch gut für Gebirge und fügt sich natürlich in die Landschaft ein. Allerdings bleibt eine Herausforderung. „Unsere baumartige Struktur für bifaziale Photovoltaikanlagen bewältigt zwar die Herausforderungen der Solarenergie in hoch gelegenen Alpenregionen, ist jedoch auch anfälliger für eine stärkere Verschattung der Module“, erklärt Florian Jamschek, Mitbegründer von Helioplant. „Die einzige Lösung, um dieses Problem zu überwinden und die Energieerträge zu maximieren, ist der Einsatz der Solaredge-Technologie. So können wir unser Versprechen einhalten, zuverlässige und stabile saubere Energie zu liefern, auf die Skigebiete zurückgreifen können, um ihren hohen Energiebedarf zu decken.“

Ideal für bifaziale Module

Denn wenn jedes Modul einzeln mit jeweils einem Leistungsoptimierer von Solaredge versehen wird, kann es auch unabhängig von den anderen Modulen agieren. Dadurch zieht nicht das schwächste Modul die Leistung des gesamten Strings in Mitleidenschaft. Vielmehr liefert der gesamte String die addierte Leistung aller einzelnen Module. Diese Technologie sei ideal für bifaziale Module, bei denen es zu erheblichen Schwankungen der Leistungsaufnahme auf der Rückseite kommen kann. Im Fall von Helioplant gelte dies umso mehr, da das Licht von der unebenen Schneeoberfläche reflektiert werde.

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Pilotprojekt war erfolgreich

In Sölden haben die beiden Partner im Jahr 2023 eine Testanlage mit der Technologie errichtet. Das Pilotprojekt umfasste zwölf bifaziale, baumartige Photovoltaikstrukturen, die in einer Höhe von 2.850 Metern unterhalb des Tiefenbachgletschers im österreichischen Ötztal aufgebaut wurden. Angetrieben von Solaredge-Technologie versorgte die Anlage einen Skilift eine ganze Saison lang mit Strom und reduzierte so die Abhängigkeit von teurem Netzstrom erheblich.

Energie für drei Skigebiete

Nach diesem Erfolg baut Heliostat rund 800 der baumartigen Strukturen auf. Diese Anlage steht in Sölden in einer Höhe von 2.850 bis 3.000 Metern und wird eine Leistung von etwa 6,3 Megawatt erreichen. Nach ihrer Fertigstellung, die für das zweite Halbjahr 2026 vorgesehen ist, wird die Solaranlage drei beliebte Skigebiete in der Region mit sauberer Energie versorgen. Sie deckt rund ein Drittel des jährlichen Energiebedarfs von etwa 28 Gigawattstunden ab. Dazu gehört die Stromversorgung einer Reihe von Einrichtungen, von Seilbahnsystemen und Gastronomiebetrieben bis hin zur Beschneiung. (su)