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PVXchange: Anstieg der Modulpreise setzt sich fort

Im vierten Monat in Folge stiegen die Modulpreise wieder über alle Leistungsklassen hinweg. Zwar verlief die Teuerung weniger steil wie zu Jahresbeginn, wurde aber nicht gestoppt. Im Durchschnitt kletterten die Preise von März zu April um 5,5 Prozent. Full-Black-Module verzeichneten den größten Preissprung.

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Die Gründe dafür liegen nicht unbedingt auf der Hand. Beispielsweise befinden sich die Preise für Polysilizium seit Wochen im Sinkflug. Auch die seit Monaten bekannte und erwartete Streichung des Steuerprivilegs auf Exporte aus dem Reich der Mitte sollte bereits eingepreist sein.

Vertrauen in die Politik auf Tiefststand

Zudem sind die Signale aus der Politik indifferent bis kontraproduktiv. Die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zum Ausbau teurer Gaskraftwerke und Bremsen für Erneuerbare sind weltfremd und stoßen auf breite Ablehnung. Das Vertrauen der Menschen in die Bundesregierung ist auf Tiefststand gesunken.

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Bürger und Unternehmer lassen sich nicht davon abhalten, Solaranlagen und Energiespeicher zu kaufen. Seit Mitte März sind die Auftragsbücher der Installateure gut gefüllt. Investoren und Projektierer suchen neue Wege, Großanlagen auch ohne Förderung und mit drohendem Redispatch-Vorbehalt umzusetzen. Speicherbatterien werden auch im C&I-Geschäft und bei Solarparks zum Standard.

Chinesen haben Werke stillgelegt

Der gnadenlose Preiskampf der chinesischen Anbieter hat dazu geführt, dass im Reich der Mitte massiv Überkapazitäten abgebaut wurden, etwa durch Stilllegung älterer Linien oder Reduktion im Schichtbetrieb. Springt nun die Nachfrage in Deutschland und Europa wieder an, braucht die Lieferkette eine gewisse Zeit, zu reagieren.

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Deshalb zeigt sich Verknappung zuerst bei den Full-Black-Modulen, die fast ausschließlich im Premiumsegment der Privatkunden installiert werden. Die Zeit, in der Photovoltaikmodule auf Verdacht nach Europa geliefert wurden und sich die Container in Rotterdam stapelten, scheint vorbei zu sein. (HS)

Der Autor: Martin Schachinger ist Elektroingenieur und seit über 20 Jahren in der Photovoltaik aktiv. 2004 gründete er die internationale Online-Handelsplattform PVXchange, über die Großhändler, Installateure und Servicefirmen neben Standardkomponenten für Neuinstallationen auch Solarmodule und Wechselrichter beziehen können, deren Produktion ausgelaufen ist.

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