Dennoch ist der Preisanstieg seit Jahresbeginn kräftig. Anfang April fallen die Exportprivilegien für die Modulhersteller aus dem Reich der Mitte weg. Dann halten die Mandarine in Peking die Hand auf, um Abgaben auf Exporte zu kassieren. Diese Ausfuhrsteuer war viele Monate lang ausgesetzt worden, um den Absatz im Ausland anzukurbeln.
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Mit höheren Preisen für Rohmaterial oder dem Wegfall der Exportvergünstigungen in China haben diese Steigerungen jedoch nichts zu tun. Im Gegenteil: Die Waferpreise sind im letzten Monat gefallen, auch der Silberpreis hat deutlich nachgegeben.
Der heftige Anstieg kann also nur im Versuch der dominierenden Hersteller aus China begründet sein, die Modulpreise zu heben, damit sie wieder Geld verdienen. Dabei gehen die die Produzenten unterschiedlich vor: Manche erhöhen ihre Preise zögerlich, andere wollen 20 bis 30 Prozent aufschlagen.
Abhängig von Öl aus Arabien, von Solarmodulen aus China
Die Situation ähnelt der Ölbranche: Bei seiner Versorgung mit fossilen Brennstoffen ist Europa abhängig von den Scheichs, den Mullahs und dem Zaren. Das beweisen die Kriege in der Ukraine und im Uran.
In der Solarbranche dominiert China die Weltmärkte. Es ist allerdings zu erwarten, dass bei weiter steigenden Modulpreisen neue Fabriken in Europa lukrativ werden. Wie schnell das geschieht, hängt auch von politischen Entscheidungen ab. Bislang setzen die rot-grüne Bundesregierung sowie das konservativ geprägte Europaparlament alles daran, die chinesische Hegemonie zu erhalten.
Wettbewerbsdruck bleibt hoch
Eventuelle Unterstützung für Modulfabrikanten aus der EU steckt im bürokratischen Wirrwarr fest, auch werden auf Solarmodule oder Leistungselektronik aus dem Reich der Mitte keine Zölle erhoben, wie beispielsweise in den USA.
EWS-Analyse: Zubau bleibt verhalten
Im Geschäft mit privaten Anlagen wirken höhere Modulpreise weniger dramatisch als im Projektgeschäft. Denn Module machen gegenüber Speichern oder solarelektrischer Wärmetechnik nur einen Teil der Materialkosten aus. (HS)
Der Autor: Martin Schachinger ist Elektroingenieur und seit über 20 Jahren in der Photovoltaik aktiv. 2004 gründete er die internationale Online-Handelsplattform PVXchange, über die Großhändler, Installateure und Servicefirmen neben