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Fraunhofer ISE und ISC Konstanz sehen Chancen für europäische Hersteller von Solarmaschinen

Der weltweite Markt für Produktionsmittel zur Herstellung von Photovoltaik steht vor einer Phase starken Wachstums. Das zeigt die Studie „European Photovoltaics Machinery and Equipment Study", die VDMA Services beim Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und dem ISC Konstanz in Auftrag gegeben hat.

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Demnach sollen die jährlichen Investitionsausgaben (Capex) für solares Produktionsequipment von 16,6 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf 43,8 Milliarden Dollar im Jahr 2035 steigen. Über das kommende Jahrzehnt ergibt sich daraus ein kumuliertes Marktvolumen von rund 250 bis 300 Milliarden Dollar.

Europäische Hersteller noch technologisch vorn

Die Autoren attestieren europäischen Maschinen- und Anlagenbauern eine führende Rolle bei Solarfertigungstechnologien. Europäische Anlagen zeichneten sich durch Zuverlässigkeit, Prozessstabilität und lange Lebensdauern aus. Gleichzeitig bestehe ein struktureller Nachteil: Während viele Schlüsseltechnologien in Europa entwickelt würden, finde die industrielle Massenproduktion überwiegend in China, Indien und den USA statt – unterstützt durch industriepolitische Maßnahmen.

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Interviews mit internationalen Fabrikbetreibern bestätigen laut Studie den technologischen Vorsprung europäischer Lösungen. Als Hemmnisse identifizieren sie jedoch lange Reaktionszeiten, höhere Investitionskosten und ein begrenztes Angebot an Turnkey-Lösungen. Zudem fehle Europa ein funktionierender Heimatmarkt: Zwar gebe es zahlreiche Ankündigungen zu Gigawatt-Fabriken, konkrete Investitionsentscheidungen blieben aber begrenzt.

Technologiewandel als Chance für europäische Anbieter

Der globale Solarmarkt soll laut Studie bis 2035 um den Faktor 2,5 wachsen und ein jährliches Installationsniveau von 1.650 Gigawatt erreichen. Neue Zelltechnologien wie Topcon, Backcontact, Heterojunction (HJT) und Tandemzellen sollen bis dahin den Weltmarkt dominieren. Radovan Kopecek, Mitgründer von ISC Konstanz, sagt dazu: „Der technologische Wandel hin zu Backcontact-, HJT- und Tandemzellen eröffnet erhebliche Chancen für europäische Anbieter.“ Entscheidend sei jedoch die Geschwindigkeit: „Kunden fokussieren sich zunehmend auf kurze Amortisationszeiten, integrierte Lösungen und schnelle Reaktionsfähigkeit“, betont Kopecek.

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Die Studie analysiert sämtliche Prozessschritte entlang der Photovoltaik-Wertschöpfungskette – von der Polysiliziumherstellung über Kristallziehen und Waferprozesse bis zur Zell- und Modulproduktion. Die Studie kann hier als PDF heruntergeladen werden. (nhp)

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