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Solarmodule: Preisspirale dreht sich weiter nach unten

Wie in den vergangenen Monaten geben die Preise für Solarmodule am Markt weiter nach. So werden die Standardmodule inzwischen für durchschnittlich 13 Cent pro Watt gehandelt. Das ist ein Cent weniger als noch im Januar dieses Jahres. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang um sieben Prozent. Das klingt wenig, summiert sich bei einem 100-Kilowatt-Solarprojekt auf 7.000 Euro. Bei einem Solarpark mit einem Megawatt Leistung, wo solche Module in der Regel eingesetzt werden, bedeutet das eine Kosteneinsparung von 70.000 Euro.

Noch stärker sind die Preise für die Module mit höherer Effizienz von mindestens 22 Prozent und modernen Zelltechnologien gesunken. Deren Kosten haben im Vergleich zum Januar dieses Jahres um zwei Cent pro Watt nachgegeben. Im Vergleich zum März 2023 kosten sie sogar 18 Cent pro Watt weniger. Denn diese Module werden derzeit mit durchschnittlich 21 Cent pro Watt gehandelt.

Viele Standardmodule noch am Lager

Martin Schachinger, Geschäftsführer des Onlinemarktplatzes für Solarkomponenten PV Xchange, hat mit dieser Entwicklung nicht gerechnet. Denn er ging davon aus, dass sich die Modulpreise weitgehend stabilisieren. „Der weitere Preisrückgang lässt sich vielleicht für die Standardmodule noch mit weiterhin hohen Lagerbeständen im Bereich der PERC-Module erklären, die aufgrund der noch nicht erschöpfenden Nachfrage zu Jahresanfang weiterhin existieren und dringend abgebaut werden müssen“, erklärt Martin Schachinger. „Bei der Klasse ‚High Efficiency‘, die im Wesentlichen Produkte mit Topcon-, HJT- oder IBC-Zellen beinhaltet, ist ein weiterer Preisverfall damit aber nicht zu argumentieren.“

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Effiziente Module werden knapper

Denn der Import dieser Module wurde im Januar und Februar dieses Jahres stark begrenzt. „Keine Ware sollte mehr ohne verbindliche vorherige Bestellung in den europäischen Markt kommen“, sagt Schachinger. „Zumindest bei den bekannteren Herstellern selbst sind kurzfristig auch keine hocheffizienten Module verfügbar – neue Lieferungen ziehen sich bis weit in den April und Mai, teilweise sogar Juni.“

Drehen Großhändler auch an der Preisschraube?

Deshalb geht er davon aus, dass inzwischen auch die Großhändler an der Preisschraube drehen, weil sie sich verkalkuliert haben. Sie haben zu hohe Mengen geordert, die aufgrund der verhaltenen Nachfrage derzeit nicht verkauft werden können. „Die laufend ankommenden Module namhafter Marken und mit Leistungen ab 425 Watt aufwärts landen aktuell zu Preisen im Markt, die kaum die Produktionskosten decken können, geschweige denn eine auskömmliche Handelsmarge enthalten“, weiß Schachinger. „Bei einem Großhandelspreis zwischen elf und 14 Eurocent pro Watt ist noch nichts verdient, das wird einem jeder seriöse Hersteller selbst aus China bestätigen. Umso schwerer ist zu verstehen, welche Strategie hinter solchen Kampfpreisen steckt – ist es die pure Not oder soll hier der Wettbewerb geschädigt und supprimiert werden?“, fragt sich der PV-Xchange-Chef. (su)

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