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Studie: Wärmepumpe dominiert kommunale Wärmepläne

Im Rahmen des Projekts Kompare haben das Fraunhofer ISE und das Öko-Institut kommunale Wärmepläne unterschiedlicher Kommunengrößen analysiert. Ein zentrales Ergebnis: Die Wärmepumpe ist über alle Pläne hinweg die wichtigste Technologie für Gebiete, die nicht über Wärmenetze versorgt werden. „Über alle Pläne und Kommunengrößen hinweg zeigt sich, dass die Wärmepumpe die zentrale Technologie für jene Gebiete ist, die sich nicht für eine zentrale Wärmeversorgung über Wärmenetze eignen", sagt Marc Stobbe, Energieexperte vom Öko-Institut.

Großstädte setzen auf Wärmenetze

Die Transformationspfade unterscheiden sich je nach Kommunengröße deutlich. Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern planen für 2045 Anteile der leitungsgebundenen Wärmeversorgung zwischen 47 und 82 Prozent. Kleinere Kommunen im ländlichen Raum verfolgen hingegen häufig dezentrale Strategien. Insgesamt soll der Anteil der Wärmenetze von durchschnittlich 16 auf 40 Prozent steigen. Auch in Wärmenetzen sollen Wärmepumpen eine entscheidende Rolle spielen.

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Ein zentrales Manko vieler Wärmeplanungen ist nach Ansicht der Forscher dass sie die Nachfrage nach Raum- und Prozesswärme aus Gewerbe und Industrie nicht berücksichtigen. „Hier ist Abhilfe dringend erforderlich, wenn die kommunale Wärmeplanung als Grundlage der Transformation für Netzbetreiber und Energieversorger dienen soll", sagt Projektleiterin Jessica Thomsen vom Fraunhofer ISE.

Biomassepotenziale oft überschätzt

Die Analyse zeigt zudem zwei kritische Punkte bei der Biomassenutzung. Zum einen verwenden Kommunen unterschiedliche Definitionen dafür, was sie als Biomasse einordnen. So bleibt etwa unklar, ob Müll im Potenzial enthalten ist und welche Nachhaltigkeitskriterien für Holz gelten. Zum anderen übersteigt in vielen Plänen der geplante Verbrauch biogener Energieträger das lokale Potenzial. Das weckt nach Einschätzung der Forscher Zweifel an der langfristigen Umsetzbarkeit.

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Viele Wärmepläne gehen von einer erheblichen Reduktion des Wärmebedarfs aus. Allerdings bleibt offen, ob diese durch energetische Gebäudesanierung oder anderweitige Effizienzsteigerungen erreicht werden soll. Das Forschungsteam empfiehlt daher, die Sanierungsrate für die kommunale Wärmeplanung einheitlich zu definieren.

Wärmeplanungsgesetz besser abstimmen

Zudem schlagen die Studienautoren vor, das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz und das Wärmeplanungsgesetz aufeinander abzustimmen. Es brauche langfristig verlässliche Fördermaßnahmen wie die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) und die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). (nhp)

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