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Towergy: platzsparende Wärmeversorgung für Quartiere entwickelt

Ein Turm mit quadratischer Grundfläche und daneben ein runder Schichtspeicher: Aus diesen beiden Komponenten besteht der Klimaturm, den das Bremerhavener Unternehmen Towergy entwickelt hat. Damit bietet Towergy eine Lösung für die erneuerbare Wärmeversorgung von Quartieren mit bis zu 400 Neubau- oder 200 Bestandswohnungen. Das erste Projekt entsteht derzeit auf dem Klimacampus in Bremen. Dort wird die Anlage zusätzlich noch umliegende Künstlerateliers mit Wärme versorgen.

Wärmepumpe arbeitet flüsterleise

Basis der gesamten Lösung ist die Luft-Wasser-Großwärmepumpe, die im rechteckigen Turm untergebracht ist. Diese saugt die Frischluft über integrierte Ventilatoren auf allen vier Seiten des Turms an. Die Schalldämpfer der Ventilatoren reduzieren die Geräuschentwicklung signifikant, was primär beim Einsatz in Wohnquartieren entscheidend ist. „Denn die quälende Debatte über das sogenannte Heizungsgesetz entstand, weil in Bezug auf Wärmepumpen weder die technische Umsetzbarkeit in dicht besiedelten Städten noch die Bezahlbarkeit der Wärme plausibel erklärt werden konnten. Der Klimaturm liefert Antworten“, erklärt Klaus Meier, Geschäftsführer von Stadt Energie Speicher. Das Unternehmen hat das Projekt in Bremen geplant.

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So liegt der Schalldruckpegel auch bei der leistungsstärksten Variante des Klimaturms in zehn Metern Entfernung bei weniger als 35 Dezibel, was so laut wie ein Flüstern ist. Die Abluft wird über die Turmspitze abgeführt.

Vier verschiedene Ausführungen im Portfolio

Die erforderliche Elektrotechnik und Pumpen für den direkten Anschluss an vorhandene Wärmenetze sind standardmäßig bereits integriert. Towergy bietet die vertikale Bauform mit integrierter Heiztechnik anschlussfertig in vier Ausführungen mit einer thermischen Leistung von 0,3 bis 1,5 Megawatt an. Dank des modularen Baukastensystems mit den vorgefertigten Modulen lässt sich der Klimaturm innerhalb weniger Wochen installieren.

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Platz in Quartieren ist rar

Towergy hat sich für diese spezielle Form entschieden, da der Platz in den Wohnquartieren sehr begrenzt ist, aber dennoch ausreichend Wärmeleistung benötigt wird. Das Bauen in die Höhe ist wiederum in der Regel kein Problem. So liegt die Höhe des Turms je nach Wärmeleistung zwischen elf und 14 Metern. Die Grundfläche hingegen ist mit 3,8 × 3,8 und 5,6 × 5,6 Metern sparsam gehalten. Für die bessere Integration in Wohnquartiere lassen sich auch die Seiten des Klimaturms individuell gestalten.

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An den Strommarkt angedockt

Der Klimaturm besteht aber nicht nur aus einer speziellen Hardware. Eine von Towergy entwickelte Software mit einer selbstlernenden Steuerung reguliert die gesamte Anlage so, dass die Betriebskosten minimal gehalten werden. Diese Regelung analysiert die Wetterprognosen und die Börsenstrompreise sowie die prognostizierten Wärme- und Kältebedarfe im Quartier und die Gebäudecharakteristiken für die kommenden 72 Stunden. Auf Basis dieser Daten optimiert die Software den Betriebsfahrplan. Die Wärmepumpe läuft hauptsächlich dann, wenn der Strommix aus regenerativen Quellen erzeugt wird und zugleich besonders günstig ist.

Der Klimaturm wurde von Towergy-Geschäftsführer Tobias Werner und dem Bremer Universitätsprofessor Rolf-Peter Strauße entwickelt. Nach der Fertigstellung des Klimaturms in Bremen hat das Unternehmen schon weitere Projekte in Planung. Zum Jahresende startet Towergy zudem mit der Serienproduktion in einer firmeneigenen Halle in Bremerhaven. (su)