Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

EMC-direct: Crimpen bleibt der Goldstandard

Bei genauer Analyse der Langzeitstabilität und der Kontaktgüte zeigt sich, dass die Crimpverbindung, wie wir sie vom Industriestandard MC4 kennen, nach wie vor das Maß der Dinge ist. Das gilt besonders mit Blick auf langfristige Verlässlichkeit, Ausfallsicherheit und die gesicherte Rentabilität von Solarprojekten.

EMC-direct: Bifaziale Module richtig klemmen

Die Physik der Kaltverschweißung

Der entscheidende Vorteil des Crimpens liegt in der gezielten plastischen Verformung. Beim korrekt ausgeführten Crimpen werden die Litzen des Kabels und die Hülse des Kontakts so stark komprimiert, dass eine verlässliche Kaltverschweißung entsteht. Das hat wichtige Vorteile:

Oxidationsschutz: Durch die hohe Pressung werden Luftzwischenräume eliminiert. Da kein Sauerstoff in die Kontaktzone eindringen kann, wird Korrosion im Inneren der Verbindung effektiv verhindert.

Kaltverschweißung: Auf mikroskopischer Ebene fließen die Metallstrukturen ineinander. Dies sorgt für einen minimalen Durchgangswiderstand, der über Jahrzehnte stabil bleibt.

EMC-direct: PA12 und Edelstahl sichern hohe Lebensdauer 

Risiko der fehlenden Sichtkontrolle

Ein oft unterschätztes Risiko der Crimpless-Technologie ist die mangelnde Inspektionsfähigkeit. Während der Crimp-Prozess transparent ist, bleibt das Innere eines werkzeuglosen Verbinders nach der Montage im wahrsten Sinn des Wortes eine Blackbox. Im ungünstigsten Fall verbinden sich damit unerwünschte und kostspielige Folgen:

Verirrte Litzen: Bei FederzugsSystemen wird der Leiter oft blind eingeführt. Dabei besteht die Gefahr, dass einzelne Litzen umknicken oder nicht vollständig erfasst werden.

Unsichtbare Querschnittsverjüngung: Werden auch nur zehn Prozent der Litzen nicht korrekt kontaktiert, reduziert dies den effektiven Leitungsquerschnitt. Das Ergebnis ist die lokale Erhöhung des Übergangswiderstands, die von außen bei der Montage nicht erkennbar ist.

Bleiben Sie auf dem Laufenden, melden Sie sich für unseren Newsletter an

Teure Quittung kommt Jahre später

Das Tückische: Bei der Inbetriebnahme merken Sie davon nichts. Die Anlage läuft. Aber die Physik lässt sich nicht austricksen. Unter Volllast wird aus dem kleinen Fehler womöglich ein Hotspot. Was Sie bei der Montage an Minuten gespart haben, dürfen Sie Jahre später mit der Thermografie teuer suchen.

Themenheft über Wartung ist erschienen

Ein nicht sichtbarer Montagefehler im Steckverbinder wird zur tickenden Zeitbombe, die erst Jahre später durch schmelzende Gehäuse oder Lichtbogen auffällt. Die Crimptechnik hingegen bietet durch den definierten Litzenniederschlag und die kontrollierte Verformung eine Qualität, die man erkennt, bevor die Anlage ans Netz geht.

EMC-direct: UV-Beständigkeit von Kabeln nicht unterschätzen! 

Gefahr der Materialermüdung

Hinzu kommt die Materialermüdung. Eine Photovoltaikanlage muss über Jahre und Jahrzehnte Hitze, Frost und Wind standhalten. Crimpless-Systeme verlassen sich auf die Spannkraft einer Feder. Aber Federn ermüden, Vibrationen tun ihr Übriges. Eine Crimpverbindung hingegen ist eine stoffschlüssige Einheit, die dauerhaft stabil bleibt.

Relaxation: Jede Feder verliert über Jahrzehnte und unter ständigen Temperaturwechseln an Spannkraft.

Vibration: Windlasten an den Kabelsträngen können bei Federkontakten zu Mikrobewegungen führen, die den Widerstand schleichend erhöhen. Eine Crimpung ist gegenüber solchen mechanischen Einflüssen nahezu immun.

EMC-direct: DC-Stecker richtig crimpen

Qualität schlägt Bequemlichkeit

Die werkzeuglose Montage suggeriert Sicherheit, die technisch nicht garantiert werden kann. Das Risiko gerade bei kommerziellen Anlagen, wo es um Investitionssicherheit und Brandschutz geht, ist zu hoch. Die Crimptechnik bleibt der Goldstandard, weil sie keine blind hergestellte Verbindung ist.

Mehr Tipps zur Wartung finden Sie hier.

Sie ist die einzige Methode, die eine echte, kontrollierbare metallurgische Einheit herstellt. Wer auf Langlebigkeit und minimale Wartungskosten setzt, kommt am fachgerechten Crimp nicht vorbei. (HS)

EMC-direct: Rendite schützen durch Thermografie mit Drohnen

EMC-direct: Solche Montagefehler lassen sich vermeiden!

Kostenloses Whitepaper für sicheren Anlagenbetrieb: Um einer stärkeren Sensibilisierung für hohe Qualitätsstandard in der Montage und Elektroinstallation von PV-Anlagen beizutragen, haben Fachautoren für EMC-direct das Whitepaper „Häufige Schadensursachen an Photovoltaikanlagen kennen – und vermeiden“ erstellt. Es steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Gastautor: Arnd Diedrichs verantwortet bei EMC-direct den Geschäftsbereich Handwerkzeuge und das Produktmanagement. Als ausgewiesener Experte bringt er über 30 Jahre Erfahrung in elektrischer Verbindungstechnik und professionellen Handwerkzeugen mit – mit klarem Schwerpunkt in der Crimptechnik. Mehrere Entwicklungen hat er im Laufe seiner Karriere bis zur Patentreife geführt und damit maßgeblich Standards in der Anwendungspraxis mitgeprägt.

Solartektor: Fehler schnell finden (Video)