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Heimische Wechselrichterhersteller können europäischen Markt bedienen

Die europäische Solarindustrie kann den heimischen Markt nahezu komplett bedienen. Das ist das Ergebnis einer Analyse des European Solar Manufacturing Councils (ESMC) auf Basis von Daten von S&P Global Energy. Die Analyse wurde gemeinsam mit dem österreichischen Hersteller Fronius auf der diesjährigen Smarter E Europe präsentiert.

Fertigungskapazitäten sind vorhanden

Hintergrund ist die Entscheidung der EU-Kommission, Wechselrichter aus sogenannten Risikostaaten von der Förderung durch die EU auszuschließen. Zwar gehören noch andere Staaten dazu, doch die Entscheidung richtet sich primär gegen die Produkte aus China. Sollte dies tatsächlich umgesetzt werden, stellt sich die Frage, ob die europäischen Hersteller überhaupt in der Lage sind, die Nachfrage zu bedienen. „Die Voraussetzungen dafür sind vorhanden, und zwar technologisch wie industriell. Wir sprechen nicht über zukünftige Möglichkeiten, sondern über bestehende industrielle Stärke“, betont Harald Scherleitner, Vertriebschef von Fronius International. „Unsere Fertigungskapazitäten sind vorhanden, wir sind bereit zu liefern.“

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Tatsächlich hat Fronius derzeit eine monatliche Produktionskapazität von etwa 70.000 Wechselrichtern. „Das entspricht einer Leistung von etwa zehn Gigawatt pro Jahr“, erklärt Harald Scherleitner. „Wir haben aber auch bereits simuliert, wie wir die Kapazitäten ausbauen können. Tatsächlich sind wir in der Lage, innerhalb von sechs bis zwölf Monaten problemlos die Kapazitäten auf 17 Gigawatt Leistung pro Jahr hochzufahren. Das entspricht 115.000 Wechselrichtern pro Monat.“

53 Gigawatt für Europa

Nach Angaben von Christoph Podewils, Generalsekretär des ESMC, könnte allein Fronius damit rund die Hälfte des Marktes für Dachanlagen auf Wohngebäuden und im Gewerbe abdecken. Dazu kommen noch die Kapazitäten der anderen Hersteller. Diese liegen nach Daten von S&P Global Energy bei mehr als 100 Gigawatt pro Jahr. „Das ist allerdings nicht alles für Europa bestimmt. Aber S&P Global Energy zufolge können die Hersteller schon jetzt 53 Gigawatt AC-Wechselrichterleistung für Europa liefern“, sagt Christoph Podewils. „Das entspricht einer DC-Leistung von rund 61 Gigawatt, was ziemlich genau der Solarleistung entspricht, die im vergangenen Jahr in Europa neu installiert wurde. Denn der europäische Markt betrug im vergangenen Jahr etwa 65 Gigawatt.“

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Doch damit sind die Ressourcen, die den Planern und Handwerkern an nichtchinesischen Wechselrichtern zur Verfügung stehen, längst nicht ausgereizt. Zusätzlich zur europäischen Fertigung kommen noch die Kapazitäten außerhalb Europas und außerhalb Chinas. Diese summieren sich nach Angaben von Christoph Podewils – zusammen mit den europäischen Kapazitäten – auf eine jährliche Leistung von etwa 100 Gigawatt.

Kosten steigen unwesentlich

Dabei würden sich die Preise nicht wesentlich erhöhen. „Nach Angaben von Wood Mackenzie würden – bezogen auf die Gesamtkosten der Solaranlage – die Kosten im gewerblichen Segment um zwei Prozent steigen“, erklärt Christoph Podewils. „Im Bereich der Anlagen für Wohngebäude würden die Kosten für das Gesamtsystem beim Einsatz von europäischen Wechselrichtern um rund vier Prozent steigen. Wenn es um integrierte Elektronik geht, also um Mikrowechselrichter oder Leistungsoptimierer lägen die Gesamtkosten für die Solaranlage im Segment der Wohngebäude bei rund acht Prozent“, sagt der ESMC-Chef.