Jedes Jahr fragt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die Stimmung unter den Besitzern von Elektroautos ab. Dabei offenbaren sich auch Veränderungen der Nutzung von privaten Fahrzeugen und Dienstwagen sowie im Ladeverhalten der Nutzer.
Konkret haben die Analysten vom BDEW gut 2.700 Personen nach Aspekten wie Kaufmotiven, Ladeverhalten und Herausforderungen beim Laden befragt. Im Mittelpunkt der aktuellen Nutzerumfrage standen unter anderem das Ladeverhalten, die Veränderungen in den vergangenen zwölf Monaten, die gängigen Probleme beim Laden sowie der Bedarf nach Änderungen.
19 Prozent sind Elektroautos
Wichtig war aber auch der Einfluss neuer Nutzer von Elektroautos wie die sogenannten Early Adopter, die nach den Pionieren den Massenmarkt ankurbeln. Denn die Transformation zum Massenmarkt Elektromobilität ist in vollem Gange. Dazu verweisen die Branchenvertreter auf die Zulassungszahlen, die inzwischen auch ohne üppige Förderungen steigen.
So weist die Statistik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) für das Jahr 2025 mehr als 545.000 neu zugelassene Elektroautos aus. Das sind inzwischen 19 Prozent der gesamten Neuzulassungen in Deutschland. Damit ist die Nachfrage nach Elektroautos im Vergleich zu 2024 um 45 Prozent gewachsen. „Die guten Neuzulassungszahlen zeigen, dass Elektromobilität längst keine Nische mehr ist, sondern sich zum neuen Normal auf den Straßen entwickelt“, resümiert Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, die aktuellen Zahlen.
Nutzer wohnen zunehmend in Städten
Mit dem Massenmarkt ändert sich aber auch das Nutzerverhalten. So wohnen die Early Adopter, die nach den Pionieren die Elektromobilität zur Normalität machen, häufig in einer Großstadt. Die Pioniere waren vorwiegend auf dem Land oder in Kleinstädten zu Hause. Drei Viertel der Besitzer wohnen aber immer noch im Einfamilienhaus oder in kleineren Wohneinheiten.
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Öffentliches Laden nimmt zu
Entsprechend bleibt das Laden zu Hause die häufigste Form, den Elektroboliden zu betanken. Allerdings laden weniger Early Adopter zu Hause oder unterwegs. Vielmehr laden sie häufiger beim Arbeitgeber und an öffentlich zugänglichen Ladesäulen. Das spiegelt sich auch im Ladeverhalten der Großstädter wider, die seltener zu Hause und häufiger öffentlich laden. Denn von den Nutzern, die nur öffentlich laden, wohnen 64 Prozent in Mehrfamilienhäusern.
Elektromobilisten sind zufrieden mit Ladeinfrastruktur
Entsprechend verändert sich auch der Bedarf an solchen öffentlich zugänglichen Lademöglichkeiten. Doch diese sind schon gut ausgebaut, wie die Nutzer mehrheitlich bestätigen. So sehen inzwischen 86 Prozent ihre Erwartungen an das öffentliche Laden erfüllt, 58 Prozent sogar übererfüllt. Early Adopter sind insgesamt deutlich zufriedener als Pioniere, haben die Analysten des BDEW festgestellt. Die Gesamtzufriedenheit derer, die zu Hause laden können, liegt nur geringfügig über der der ausschließlich öffentlich ladenden Nutzer.
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Elektroautos fahren mehr Kilometer
Grundsätzlich ändert sich aber auch die Nutzung von Pkw durch die Elektrifizierung. Denn die Analysten haben festgestellt, dass die jährliche Kilometerleistung mit dem Elektroauto deutlich über der von Fahrer von Verbrennerautos liegt. Das zeigt, dass die notwendigen Reichweiten in der Regel keine entscheidende Rolle mehr spielen. Etwas überraschend war, dass auch Early Adopter und Nutzer von Elektroautos, die nur öffentlich laden, ebenfalls häufig Vielfahrer sind. Schließlich sind die Preise für das Laden zu Hause mit eigenem Solarstrom deutlich günstiger als die an den öffentlich zugänglichen Ladestationen. Doch auch diese Entwicklung zeigt, dass die Elektromobilität zunehmend zur Normalität wird.
Die gesamte Nutzer-Umfrage „Elektromobilität und Laden 2025“ finden Sie auf der Webseite des BDEW zum Download.