Was ist überhaupt eine Mikrowindkraftanlage? In der Praxis werden darunter Windturbinen mit bis zu zwei Kilowatt Leistung und maximal 2,5 Metern Rotordurchmesser verstanden, die meist auf niedrigen Masten bis etwa sieben Meter montiert werden. An windstarkem Standort (fünf Meter pro Sekunde mittlere Windgeschwindigkeit) erzeugt eine Anlage mit einem Meter Rotordurchmesser etwa 500 Kilowattstunden pro Jahr, bei 2,5 Meter Durchmesser rund 1.500 Kilowattstunden jährlich.
Zwei Welten: privater und professioneller Einsatz
Schaut man auf den Markt, so lassen sich zwei grundlegend unterschiedliche Welten erkennen. Doch nicht jeder Einsatz ist sinnvoll. Für viele Leute das typische Bild: Eine kleine Windturbine auf dem Hausdach des Eigenheims. Per Wechselrichter wird Strom ins Haus geleitet. Unseriöse Anbieter machen oft Versprechen, die die Physik außen vor lassen, wie unter anderem unrealistische Stromerträge. Die Realität privater Mikrowindkraft sieht oft anders aus: Die Technik ist oft billig und kurzlebig, schwache Winde im Wohngebiet führen zu minimalem Ertrag, die Installation auf dem Hausdach kann zu Schallübertragung ins Gebäude führen.
Auf Segelbooten stimmen die Bedingungen – starker Wind ist vorhanden. Laderegler und Batterieladung statt Wechselrichter. Auch eine Ferienhütte in exponierter, windstarker Lage könnte geeignet sein. Aber auch hier ist professionelle, sturmsichere Technik unverzichtbar.
Der professionelle Einsatz
Hier zeigt Mikrowindkraft ihr größtes Potenzial: Stromversorgung professioneller Infrastruktur an abgelegenen, netzfernen Standorten (Off-Grid) wie: Sendemasten, Wetterstationen und bei Überwachungstechnik. Die Anlagen laden über Laderegler eine Batterie – typischerweise als Ergänzung zu Photovoltaik. Die eingesetzte Technik ist sturmsicher, wartungsarm und für raue Bedingungen ausgelegt. Das Ziel: Den Einsatz von Backup-Lösungen wie Brennstoffzellen oder Dieselgeneratoren minimieren.
Neue Chancen für Solarteure
Für Photovoltaik-Fachbetriebe könnte Mikrowindkraft interessante Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Hybride Off-Grid-Systeme würden das Produktportfolio erweitern und könnten bestehenden Kunden mit netzfernen Objekten eine Komplettlösung bieten. Die Hybrid-Kompetenz könnte zum Wettbewerbsvorteil werden.
Webinar: Mikrowindkraft für professionelle Anwendungen
Ob als Ergänzung für Kundenprojekte oder zur eigenen Weiterbildung – das Webinar am 29.01.2026 liefert praxiserprobtes Wissen vom Hersteller. Referent ist ein Top-Fachmann des deutschen Herstellers superwind. Moderator ist der neutrale Experte Patrick Jüttemann.
Das Webinar vermittelt praxisnahe Einblicke in reale Projekte und Technikkonzepte hybrider Off-Grid-Systeme. Die Teilnehmer erfahren, wie professionelle Mikrowindkraft als zuverlässige Stromquelle eingesetzt wird, und erhalten konkrete Handlungsempfehlungen für eigene Projekte. Eine abschließende Fragerunde bietet Raum für individuelle Fragen. (nhp)
Mikrowindanlagen für den professionellen Einsatz an netzfernen Standorten
Referent: Dr. Martin Helmhar von Superwind.
Organisator: Patrick Jüttemann, Kleinwindkraft-Portal.
Termin: DO 29.01.2026 von 14:00 bis 15:30 Uhr.
Preis: 99 Euro zzgl. MwSt. Die Teilnehmerzahl auf 40 Personen begrenzt – frühzeitige Anmeldung empfohlen.