Mit nur 1,021 Gigawatt neu installierter Leistung markiert der Januar einen ausgesprochen schwachen Start ins neue Sonnenjahr. In nahezu allen Anlagensegmenten war der Zubau gegenüber dem Vormonat rückläufig. Lediglich kleinere Gewerbeanlagen verzeichneten ein leichtes Plus.
Vorzieheffekte durch die turnusmäßige Absenkung der Einspeisevergütung zum Februar waren nicht erkennbar. „Das lässt vermuten, dass die Einspeisevergütung inzwischen kaum noch ausschlaggebend ist für Investitionsentscheidungen“, urteilt EWS-Geschäftsführer Jan Paul Dahm.
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Während kleinere Anlagen zurückgehen, kommen aus der E-Mobilität positive Signale. Die Neuzulassungen batterieelektrischer Fahrzeuge steigen. Damit wächst die Relevanz des solaren Eigenverbrauchs. Denn gerade bei sinkender Einspeisevergütung gewinnt die Eigenverbrauchsquote zunehmend an Bedeutung.
Die intelligente Kopplung von Photovoltaik, Speichern, Wallbox und Energiemanagementsystem (EMS) wird zum zentralen Verkaufsargument. „Die Wirtschaftlichkeit einer Eigenverbrauchsanlage steigt enorm durch die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs oder einer Wärmepumpe“, erläutert Dahm. „Diese Synergie wird in der Argumentation von Photovoltaikanlagen mittelfristig die Einspeisevergütung ablösen.“
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Dennoch bleibt das Investitionsverhalten privater Haushalte zurückhaltend. Mittel- bis langfristig dürfte die zunehmende Elektrifizierung des Individualverkehrs und der Wärmeversorgung zusätzlichen Strombedarf schaffen – und damit neue Argumente für Solarstrom im Eigenheim.
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Speichermarkt folgt Zubau von Photovoltaik
Die Entwicklung im Speichermarkt korreliert weiterhin eng mit privaten Solaranlagen. Entsprechend zeigte sich im Januar ein Rückgang im Heimspeichersegment. Verzögerte Montage aufgrund des widrigen Wetters und abwartende Haltung bei Entscheidungen über Investitionen wirken sich unmittelbar auf die Installationszahlen aus.
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Trotz des stabilen Nachrüstmarktes bleibt die Dynamik gedämpft. Gleichzeitig zeigt sich ein qualitativer Wandel: Systemlösungen aus Photovoltaik, Speichern und Energiemanagement gewinnen an Bedeutung gegenüber Einzelkomponenten. Die Integration in ganzheitliche Energiekonzepte rückt stärker in den Fokus.
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Positive Aussichten für Gewerbespeicher
Während der Heimspeichermarkt schwächelt, entwickelt sich das gewerbliche Segment langsam aber sicher positiv. 2025 sind Stromspeicher mit 30 bis 100 Kilowattstunden im Vergleich zum Vorjahr von 187,3 auf 240,3 Megawattstunden gewachsen – ein Plus von 28 Prozent.
Noch dynamischer zeigt sich das Segment zwischen 100 Kilowattstunden und einer Megawattstunde; Es wuchs um 64 Prozent – nahezu um zwei Drittel. Gewerbespeicher profitieren von wirtschaftlichen Vorteilen – insbesondere im Zusammenspiel mit dynamischen Stromtarifen und betrieblichem Lastmanagement. Auch dürfte sich nunmehr die lukrative Sonderabschreibung (Investitionsbooster) herumgesprochen haben. (HS)
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