Der Zubau der Photovoltaik in der Schweiz läuft gut. Nach Angaben des Branchenverbandes Swissolar auf Basis von Daten des Bundesamtes für Energie (BFE) liefern inzwischen Solaranlagen mit einer Gesamtleistung jedes Jahr knapp acht Terawattstunden Sonnenstrom. Das entspricht nahezu 14 Prozent des Endverbrauchs an Strom. Damit ist die Photovoltaik nach der Wasserkraft, die 10,3 Terawattstunden liefert, die zweitgrößte Quelle der erneuerbaren Energien in der Schweiz.
Mit der jetzt installierten Anlagenleistung hat die Schweiz inzwischen auch das Ziel nahezu erreicht, das für 2035 vorgesehen ist. Denn in der Energiestrategie 2025 ist festgelegt, dass bis Mitte des kommenden Jahrzehnts die Solarstromproduktion bei 11,4 Terawattstunden liegen soll. Trotz eines leichten Rückgangs des Marktes im vergangenen Jahr um 26 Prozent geht Swissolar davon aus, dass dieses Branchenziel zum Ende dieses Jahres erreicht wird – neun Jahre vor dem Plan.
Eigenverbrauch wird wichtiger
Allerdings warnt der Branchenverband vor zu viel Euphorie. Denn um das Ziel der erneuerbaren Stromproduktion bis 2050 auf die im Stromgesetz von 2024 geplanten 45 Terawattstunden – ohne Wasserkraft – zu steigern, sind Anpassungen bei den Rahmenbedingungen für den Photovoltaikausbau notwendig. So sollten die Regeln für lokale Strommodelle wie Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV) und lokale Energiegemeinschaften (LEG) verbessert werden. Zudem schlägt Swissolar die Erhöhung der Einmalvergütung vor. Entscheidend sei aber die intelligente Kombination der Solaranlagen mit Batteriespeichern.
Batterieboom in der Schweiz
In diesem Bereich läuft es gut in der Schweiz. Denn hier ist der Markt im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 70 Prozent gewachsen. So wurden im vergangenen Jahr Speicher mit einer Gesamtkapazität von 490 Megawattstunden installiert. Am Ende 2025 waren mehr als 93.000 Batteriespeicher am Netz, ein Plus von 42 Prozent gegenüber 2024. Die gesamte installierte Kapazität lag Ende 2025 bei 1.380 Megawattstunden. Nun liege es an den Verteilnetzbetreibern, mit Tarifanreizen und einheitlichen Datenstandards die Speicherung von Solarstrom weiter zu optimieren, fordert der Branchenverband. Auf Bundesebene müsse die nationale Speicherstrategie rasch erarbeitet und umgesetzt werden.
Stabilisierung des Solarmarktes erwartet
Nur so könne der schnelle Zubau weitergehen. Bisher erwartet Swissolar für das laufende Jahr eine Stabilisierung des Photovoltaikmarktes mindestens auf dem Niveau von 2025. Denn jetzt beginnen die bereits etablierten Elemente zu greifen. Der Branchenverband geht davon aus, dass Solarstrom im Jahr 2026 knapp 17 Prozent des Stromendverbrauchs decken wird. Bei den Batteriespeichern dürfte sich der Boom fortsetzen – gegenüber dem Vorjahr dürfte sich die neu installierte Kapazität dieses Jahr nochmals verdoppeln, prognostiziert Swissolar. (su)