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Studie aus Österreich: Batteriespeicher senken dauerhaft die Strompreise

Die Photovoltaik hat in Österreich inzwischen einen Anteil von 15 Prozent am Stromverbrauch erreicht. Doch wie in anderen Ländern ist der Erfolg der Solarenergie auch ein Risiko für die Investoren und die Strompreise. Denn wenn viele Anlagen in der Mittagszeit sonniger Tage einspeisen, sinken die Preise an der Strombörse in diesen Stunden oder die Anlagen müssen abgeregelt werden.

Gleichzeitig fehlt dieser Strom in Zeiten, in denen die Sonne weniger oder gar nicht scheint. Dann sind die Preise hoch, weil teure Stromimporte – meist produziert mit fossil befeuerten Anlagen – die so entstehende Lücke füllen müssen. Eine Analyse von Fingreen im Auftrag des Bundesverbands Photovoltaic Austria (PV Austria) zeigt: Der gezielte Ausbau von Batteriespeichern kann heimisch erzeugten Sonnenstrom in die verbrauchsstarken und teuersten Abendstunden verschieben. Damit würden sie die Strompreise dauerhaft senken. „Der große Bonus für Österreich liegt in der Kombination aus netz- und gleichzeitig marktdienlicher Nutzung, statt einer Abregelung von Erzeugungsanlagen in Zeiten mit negativen Strompreisen“, fasst Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von PV Austria, die Ergebnisse zusammen.

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Ohne Speicher ist Strom abends um 70 Prozent teurer

Denn die Untersuchung hat ergeben, dass in den vergangenen drei Jahren die Strompreise in den teuersten vier Abendstunden um durchschnittlich rund 70 Prozent über denen in den restlichen Stunden lagen. Um dies zu ändern, muss der erzeugte und nicht direkt benötigte Sonnenstrom in die verbrauchsstarken Abendstunden verschoben werden. Die Lösung lautet: Ausbau von Speicherkapazität.

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Das wurde in den vergangenen Jahren von der Politik eher stiefmütterlich behandelt. Das rächt sich jetzt für die Verbraucher. Denn würde Österreich jetzt über das Fünffache der derzeit installierten Speicherkapazität verfügen, wäre es schon heute möglich, an 60 Sommertagen den teuren Strombedarf in den Abendstunden mit überschüssigem Solarstrom zu decken. Der Strompreis könnte damit in den Abendstunden, wo derzeit regelmäßig hohe Preisspitzen auftreten, deutlich gesenkt werden.

Schnelle Umsetzung ist möglich – mit richtigen Rahmenbedingungen

Die Analysten von Fingreen haben ausgerechnet, dass mit dem Ausbau der Photovoltaik in Kombination mit Batteriespeichern allein in den Sommermonaten die Einsparungen bei rund 150 Millionen Euro pro Jahr liegen könnten. Notwendig wäre dafür eine Batteriekapazität von bis zu 16 Gigawattstunden. Hier sind die verringerten Netzausbaukosten und die Einsparungen bei den Redispatchkosten noch nicht eingerechnet, wie Lukas Stühlinger, Autor der Analyse und Managing Partner bei Fingreen, betont. „Diese erstmals verfügbaren Zahlen zeigen sehr deutlich den dringenden Handlungsbedarf auf“, sagt er.

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Herbert Paierl drängt deshalb zum Handeln. „Unter den richtigen Rahmenbedingungen steht einer schnellen Umsetzung nichts im Wege“, erklärt er. „So könnten Batteriespeicher auch kurzfristig für eine spürbare Entlastung am Strommarkt, für mehr Energieunabhängigkeit in Österreich und für günstige Preise sorgen.“

Marktprämie auf Speicherstrom ausweiten

Wie dieser Speicherausbau gelingen kann, haben die Analysten von Fingreen gezeigt. Sie haben unterschiedliche Betriebsweisen von Speichern analysiert und darauf aufbauend Maßnahmen für den erfolgreichen Batterieausbau abgeleitet. So müssten mehr Fördermittel für kleine Batteriespeicher in Kombination mit Solaranlagen fließen, an die Investoren leichter herankommen. Damit könne der Eigenverbrauch optimiert und ein Mehrwert für das Gesamtsystem geschaffen werden.

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Außerdem sollten Betreiber von Speichern die Marktprämie für den Sonnenstrom auch erhalten, wenn dieser zwischengespeichert und zeitversetzt eingespeist wird. Dazu müssten die „Technischen und Organisatorischen Regeln (TOR) Messwesen“ schneller umgesetzt werden. Denn damit kann die energiewirtschaftliche Erfassung und Zuordnung der Strommengen klar und praxisgerecht geregelt werden.

Keine Netzentgelte beim Einspeichern von Netzstrom

Zudem plädieren die Analysten für eine Befreiung der Speicher von Netzentgelten, wenn sie Strom aus dem Netz zwischenlagern. Damit könnte das Potenzial der Speicher über das gesamte Jahr hinweg genutzt werden, nicht nur im Sommer. Dies sollte sowohl für Batteriespeicher in Kombination mit Solaranlagen als auch für Stand-alone-Anlagen gelten. Obendrein fordern die Analysten die Bereitstellung umfassender Daten und mehr Transparenz seitens der Netzbetreiber über Flexibilitätsbedarf, die Dauer von Netzeinschränkungen und die verfügbaren Netzkapazitäten. Nur so bekommen Investoren Planungssicherheit und können ihre Projekte kalkulieren. Zudem sollte es österreichweit einheitliche und vereinfachte Regelungen für die Nachrüstung von Batteriespeichern an bestehenden Photovoltaikanlagen, geben.

Die Analyse „Ausbau von Batteriespeichern in Kombination mit Photovoltaik“ finden Sie auf der Webseite von PV Austria zum Download. (su)