Peking hat endlich die Katze aus dem Sack gelassen: Die angekündigte Streichung der Exportrabatte tritt ab April 2026 in Kraft. Diverse Hersteller aus dem Reich der Mitte kündigten bereits Preiserhöhungen an. Deshalb versuchen derzeit viele Importeure, sich Lagerware zum alten Preis zu beschaffen. Hamsterkäufe, nennt man so etwas.
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Ab dem zweiten Quartal versuchen die Chinesen offenbar, ihre Marktmacht auszutesten. Dann verlangen einige Anbieter zwischen 20 bis 30 Prozent mehr, obwohl die Exportrabatte nur zwischen neun und 13 Prozent ausmachen.
Chinesen wollen wieder Gewinne machen
Aktuell laufen die Fabriken in China auf Hochtouren. Offenbar versuchen die Produzenten, bis Ende März noch so viel Ware an ihre Abnehmer in Europa zu bringen, wie die Werke hergeben. Im April, wenn die Subvention ausläuft, gehen die Fabriken vermutlich in Kurzarbeit, um Kosten zu sparen.
Mit den erwarteten Gewinnen wollen die chinesischen Anbieter etwas Luft schöpfen, nach drei desaströsen Jahren, in denen sie sich gegenseitig unterboten haben. Ob die Rechnung aufgeht, hängt aber nicht von ihnen ab – sondern von ihren Kunden in Europa.
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Nachfrage bleibt vorerst schwach
Denn die Nachfrage dürfte bis ins zweite Quartal verhalten bleiben, sowohl im privaten Segment als auch im Projektgeschäft. Wie die Chinesen ihre angekündigten Preiserhöhungen dann durchsetzen wollen, steht in den Sternen.
Aufgrund der enormen Zölle bleibt der amerikanische Markt verschlossen. Einziger Abnehmer im nennenswerten Maßstab ist Europa. Soll heißen: Der Wettbewerb bleibt sehr, sehr hart.
Für Panikkäufe gibt es derzeit keinen Grund. Preiserhöhungen bis 30 Prozent dürften sich als Wunschträume erweisen. Einzig die Hersteller aus Europa profitieren: Wenn sie ihre Preise moderat anheben, bekommen sie wirklich etwas Luft – und einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz aus China. (HS)
Der Autor: Martin Schachinger ist Elektroingenieur und seit über 20 Jahren in der Photovoltaik aktiv. 2004 gründete er die internationale Online-Handelsplattform PVXchange, über die Großhändler, Installateure und Servicefirmen neben Standardkomponenten für Neuinstallationen auch Solarmodule und Wechselrichter beziehen können, deren Produktion ausgelaufen ist.
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