Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Großbatteriespeicher: viele Stadtwerke planen Projekte bis 500 Megawatt

Der Ausbau von Großbatteriespeichern bei kommunalen Energieversorgern gewinnt an Dynamik. Elf Prozent der Stadtwerke setzen bereits konkrete Projekte um. Weitere 27 Prozent planen Vorhaben, 46 Prozent prüfen einen Einstieg. Das geht aus einer Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) hervor.

Für die Erhebung befragte der Verband zwischen Ende April und Ende Mai 2026 die Geschäftsführer seiner 756 Mitgliedsunternehmen mit Stromsparte. „Wichtig ist, dass die Speicher netzdienlich eingesetzt und wirtschaftlich betrieben werden können. Jetzt braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, damit die Dynamik nicht ausgebremst wird“, betont VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing.

Projektgrößen reichen bis 500 Megawatt

Die geplanten und laufenden Projekte unterscheiden sich deutlich in der Größenordnung. 34 Prozent der befragten Unternehmen errichten Speicher mit einer Leistung von einem bis fünf Megawatt. Weitere 34 Prozent setzen auf fünf bis zehn Megawatt. Rund 23 Prozent realisieren Projekte zwischen zehn und 100 Megawatt.

EES Europe: Speicher senken Energiekosten und erzielen Erlöse

Sieben Prozent planen sogar Anlagen mit 100 bis 500 Megawatt – eine Leistungsklasse, die laut VKU der konventioneller Kraftwerksblöcke entspricht. Rund 35 Prozent der befragten Unternehmen schätzen die Bedeutung von Batteriespeichern für ihr Geschäft bis 2030 als hoch oder sehr hoch ein.

Baurecht und Netzentgelte als Knackpunkte

Der VKU sieht im Baurecht Handlungsbedarf. Im Umkreis von Umspannwerken und Kraftwerken dürfen Batteriespeicher derzeit ohne Bebauungsplan errichtet werden, allerdings nur bis zu einer Entfernung von 200 Metern. Im laufenden Gesetz zur Modernisierung des Städtebau- und Raumordnungsrechts sollte dieser Maximalabstand nach Ansicht des Verbands auf mindestens 500 Meter erweitert werden.

Next Energy und Enerfin bauen Multi-Use-Speicher für Industriebetrieb

Bei der Reform der Netzentgelte (AgNes-Prozess) sieht der Verband Verbesserungen für Speicherbetreiber. Nach den aktuellen Überlegungen der Bundesnetzagentur sollen bestehende Netzentgeltbefreiungen für neue Batteriespeicher, die bis Sommer 2029 ans Netz gehen, weiterhin gelten. Netzentgelte für Bestandsspeicher sollen erst nach Auslaufen bestehender Sonderregelungen greifen. „Das schafft Planungssicherheit für Investitionen“, so Liebing. Kritisch bewertet der VKU dagegen das Festhalten an dynamischen Netzentgelten.

Druck auf die Stromnetze wächst

Der Druck auf die Stromnetze nimmt insgesamt zu. Bei 38 Prozent der Netzbetreiber stieg 2025 die Zahl der Anschlussanfragen, bei elf Prozent sogar stark. Treiber sind neben Speichern auch Photovoltaik, Wärmepumpen und Ladepunkte für Elektroautos. Die Anschlussdauer variiert: Bei 27 Prozent der Unternehmen dauert ein Netzanschluss vom vollständigen Erhalt der Unterlagen bis zur Inbetriebnahme weniger als sechs Monate. Rund 42 Prozent rechnen mit sechs bis zwölf Monaten, bei 19 Prozent vergehen zwölf bis 18 Monate.

EES-Award: Die Finalisten stehen fest

Für den weiteren Ausbau fordert der VKU bundesweit einheitliche Regeln für den Netzanschluss mit fairer Priorisierung über Baukostenzuschüsse. Nötig seien zudem verlässliche Investitionsbedingungen bei Netzentgelten und Umlagen über 2029 hinaus sowie digitale Prozesse für Messung, Marktintegration und Redispatch. Speicher sollten zudem stärker direkt an Ökostromanlagen errichtet werden – in sogenannten Co-Location-Projekten. (nhp)

Weitere aktuelle News? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!