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KEY 2026 - Rückenwind für die solare Energiewende aus Rimini

Trotz der großzügig angelegten Gänge der 24 Ausstellungshallen der Fiera di Rimini war teils kaum ein Durchkommen mehr. Über 1.000 Aussteller, davon 320 aus dem Ausland, präsentierten vom 4. bis 6. März 2026 auf der KEY ihre neuesten Produkte und Services. Die Zahl der Besucher der Energy Transition Expo legte laut Angaben des Veranstalters, der Italian Exhibition Group (IEG), gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent zu, darunter auch viele Investoren. Die IEG machte keine genauen Angaben zur Gesamtbesucherzahl, doch gefühlt waren es locker 60.000. 530 eingeladene Einkäufer und Delegationen aus 59 Ländern, davon viele aus Südosteuropa und Afrika, nahmen an der Fachmesse teil. Erstmals wurde ein „Africa Investment Hub“ angeboten.

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Ohne den Irankrieg wären allerdings normalerweise noch mehr Besucherdelegationen und Aussteller aus dem Nahen Osten und Afrika auf der Fachmesse gewesen, so die Veranstalter. Aktuell gestörte Flugverbindungen machten hier häufig einen Strich durch die Rechnung. Andererseits gab der Krieg mit seinen drastischen Auswirkungen auf die Öl- und Gaspreise der Botschaft der Messe, nämlich der Notwendigkeit und Machbarkeit einer beschleunigten Energiewende, weiteren Rückenwind. Um die heimische Energieversorgung unabhängiger von den Turbulenzen an den Weltmärkten zu machen, brauche Italien mehr Solar- und Windstrom, Geothermie und Wasserkraft, unterstrich Gilberto Pichetto Fratin, Italiens Minister für Umwelt und Energiesicherheit, in seiner Eröffnungsrede.

Auch beliebt auf der KEY: spritzige Getränke und peppiges Design.

Hans-Christoph Neidlein

Auch beliebt auf der KEY: spritzige Getränke und peppiges Design.

So ziemlich alle großen internationalen Photovoltaik- und Batteriehersteller von Rang und Namen, kleinere Unternehmen, Start-ups und Großhändler stellten auf der KEY 2026 aus. Die Aussteller, mit denen photovoltaik sprach, zeigten sich durchweg zufrieden und berichteten von einem hohen Besucherinteresse. Der Tenor: Hinter der Intersolar/The smarter E Europe ist die KEY mittlerweile die zweitwichtigste Solar und Erneuerbaren-Messe in Europe, getrieben vom weiter stark wachsenden italienischen PV- und Batteriemarkt vor allem im Bereich größerer Anlagen und als Plattform für den südlichen und südwestlichen Mittelmeerraum sowie Nordafrika. Allerdings ist die Besucherstruktur der KEY mit einem italienischen Anteil von 80 bis 90 Prozent – darunter viele Installateure und Distributoren - deutlich weniger international als die Leitmesse in München. Deutlich gewachsen ist laut Einschätzung von IEG die Präsenz von Investoren auf der diesjährigen KEY, was sich auch in einem umfangreichen Rahmenprogramm zu Finanzierungsfragen spiegelte.

Solar Investors Guide: Speichersysteme für die Wirtschaft

Trend zu gewerblichen und Großprojekten und Speichern

Der Trend im Markt geht weiterhin Richtung Software gestützter integrierte Lösungen, der Kombination von Photovoltaik mit Batteriespeichern, vor allem für Gewerbe und Großprojekte, wie Gespräche mit Ausstellern und ein Gang durch die Hallen zeigte. So präsentierte beispielsweise JA Solar neben seiner neuesten Modulgeneration erstmals seine C&I Speichersysteme und Longi stellte seine Groß- und Gewerbespeicher mit einer Bandbreite von 100 kW bis 6.25 MW vor, Trina Storage präsentierte seinen Elementa Großspeicher mit einem neuen Zelltyp und Sungrow zeigte seinen neuen PowerTitan 3.0 sowie C&I und Heimspeicher. Mit in Rimini dabei war auch BYD mit seiner neuesten Generation der Battery-Box mit Bladebatterien für private und gewerbliche Anwendungen.

Tracker-Hersteller waren in Rimini stark vertreten. Im Bild Eliav Rodman von Solargik.

Hans-Christoph Neidlein

Tracker-Hersteller waren in Rimini stark vertreten. Im Bild Eliav Rodman von Solargik.

Ins Auge stachen zudem die zahlreichen Anbieter von Trackersystemen, auch für Agri-PV Anwendungen, seien es internationale Hersteller wie Solarsteel, Solargik, Array und SL Rack oder italienische Anbieter. Werden doch mittlerweile die meisten Freilandanlagen in Italien mit Trackern ausgerüstet – europaweit liegt der Anteil der Tracker bei Solarparks bei rund 50 Prozent. Immer mehr im Kommen sind Tracker, die auch auf unebenem Gelände eingesetzt werden können und die mit Software, beispielsweise zur Ertragsprognose oder zur Fehlerdiagnose, kombiniert sind. Modulhersteller wie Aiko reagieren auf den Trend mit einem für den Trackereinsatz optimierten, besonders widerstandsfähigen und gleichzeitig etwas leichterem Infinite Modul (665 W, 32,2 kg).

Solar Investors Guide: Risiken im Projektgeschäft minimieren

Den Trend zu größeren Projekten spiegelt auch die Präsenz von international führenden EPCs und Projektentwicklern wie Metlen. Das größte private Unternehmen Griechenlands fungiert auch als IPP und unterzeichnete zeitlich zur KEY eine Joint-Venture mit PPC, dem größten griechischen Stromversorger, zur Entwicklung von Energiespeicherprojekten mit einer Leistung von 1.500 MW/3.000 MWh in Italien, Rumänien und Bulgarien.

Auch neue Produkte für private Anwendungen

Daneben zeigten Anbieter wie Ecoflow, Hyxi oder Solavita auch neue Produkte für eine ganzheitliches Energiemanagement von solaren Speichersystemen für den privaten und gewerblichen Bereich. Gokin präsentierte sein neues „AllBlack“ Back-Contact Modul für Eigenheimbesitzer und Solarfabrik ihr Mono S4 Halfcut BC White Module (485/490 W) für private und kommerzielle Anwendungen. Im Laufe dieses Jahres wolle man auch farbige Solarmodule für den italienischen Markt anbieten, berichtete Senior Business Development Manager Ricarda Gutsch. Mit dabei in Rimini war auch der österreichische Wallbox-Anbieter Go-E, der seit vergangenem Jahr auf dem italienischen Markt aktiv ist, und seine auf solaren Eigenverbrauch und bidirektionales Laden ausgelegten Ladesysteme vorstellte. (hcn)