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Mehr Batteriespeicher erhöhen Marktwert von Solarstrom um 35 Prozent

Das Fraunhofer ISE hat eine Simulation veröffentlicht, die den Effekt zusätzlicher Batteriespeicher auf den deutschen Strommarkt berechnet. Grundlage sind reale Kauf- und Verkaufsgebote am Day-Ahead-Strommarkt des Jahres 2025. Veröffentlicht wurde die Studie gemeinsam mit dem Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) und dem Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE).

20 Gigawatt Speicher, große Wirkung

Das Ergebnis: 20 Gigawatt zusätzliche Batteriespeicherleistung mit einer Speicherdauer von zwei Stunden würden die Zahl der Stunden mit Börsenstrompreisen über 200 Euro je Megawattstunde von 169 auf 20 senken – ein Rückgang um rund 88 Prozent. Die Dauer negativer Strompreise würde laut Simulation von 575 auf 271 Stunden sinken, ein Minus von rund 53 Prozent.

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Der Marktwert von Solarstrom stiege dabei von rund 45 auf 61 Euro je Megawattstunde – ein Plus von rund 35 Prozent. Daraus ergibt sich nach Hochrechnung des Fraunhofer ISE ein rechnerisch mögliches Einsparpotenzial beim EEG-Förderbedarf von bis zu 1,2 Milliarden Euro jährlich.

Ausbau läuft – Regulierung hinkt hinterher

Der Mechanismus dahinter ist einfach: Batteriespeicher kaufen Strom in günstigen Stunden und verkaufen ihn, wenn er teuer ist. Am Markt sinken dadurch die Preise in Hochpreisstunden, während besonders niedrige Preise steigen. Solarstrom, der bislang häufig in Zeiten hohen Angebots und niedriger Preise ins Netz fließt, erzielt so einen höheren Marktwert. Urban Windelen, Geschäftsführer des BVES, kommentiert: „Die Studienergebnisse zeigen sehr konkret, wie Speicher aus einem volatilen Stromangebot ein flexibleres System machen.“

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Der Ausbau von Batteriespeichern schreitet bereits voran. Nach Daten von Energy-Charts stieg die installierte Batteriespeicherleistung in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 von 16,8 auf 19,2 Gigawatt. Doch viele Speicher orientieren sich noch nicht konsequent am Markt. Im Heimbereich etwa wird Strom häufig schon morgens eingespeichert – zur Mittagsspitze ist der Speicher dann bereits voll. Der Glättungseffekt auf den Börsenstrompreis bleibt damit aus.

Schnellere und transparentere Netzanschlüsse

BVES und BNE fordern deshalb drei Maßnahmen. Erstens: schnellere und transparentere Netzanschlüsse für Großspeicher. Wo Netzkapazitäten knapp sind, brauche es nachvollziehbare Priorisierungskriterien. Zweitens: die Ermöglichung von Co-Location, also dem gemeinsamen Betrieb von Speichern mit Solar- und Windanlagen. Der laufende EEG-Reformprozess dürfe solche Kombinationen nicht wirtschaftlich schlechter stellen. Drittens: die Aktivierung von Heimspeichern für den Strommarkt. Dafür seien ein schnellerer Rollout von Smart Metern, verlässliche Messdaten und dynamische Stromtarife nötig. (nhp)

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