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DIW Berlin: Ausbau von Photovoltaik und Windkraft reicht nicht für 2030-Ziele

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat seinen aktuellen Energiewende-Monitor veröffentlicht. Die Analyse bewertet die Entwicklung zentraler Schlüsseltechnologien im zweiten Halbjahr 2025. Im Fokus stehen Photovoltaik, Windkraft an Land, Offshore-Windenergie, Stromspeicher sowie die Sektoren Wärme und Verkehr.

Photovoltaikausbau bleibt hinter Zielmarke

Ende 2025 waren in Deutschland 117 Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert. Das entspricht gut der Hälfte der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für 2030 vorgesehenen 215 Gigawatt. Beim aktuellen Ausbautempo erreicht die Photovoltaik 88 Prozent des für das 2030-Ziel nötigen Tempos. Die Windkraft an Land liegt mit fast 60 Prozent der Zielvorgabe etwas besser, während der Rückstand bei der Offshore-Windenergie deutlich größer ist.

Streit um Netzpaket: Solarbranche warnt vor neuen Hürden

Im Bereich Wärme erreichten Wärmepumpen im zweiten Halbjahr 2025 einen Rekordanteil von 48 Prozent an den Neuinstallationen. Bei den Neuzulassungen von E-Fahrzeugen ist ein Aufwärtstrend erkennbar. Dennoch hatte im vergangenen Halbjahr nur etwa jedes fünfte neu zugelassene Auto einen reinen Elektroantrieb. Studienautor Wolf-Peter Schill, Leiter des Forschungsbereichs „Transformation der Energiewirtschaft“ im DIW Berlin, betont: „Mit Blick auf das Ziel der Klimaneutralität 2045 brauchen wir insbesondere bei Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen eine deutlich stärkere Beschleunigung.“

Flexibilität im Stromsystem nimmt zu

Die Zahl der Stunden mit negativen Großhandelspreisen ist im zweiten Halbjahr 2025 deutlich zurückgegangen. Das deutet laut DIW Berlin darauf hin, dass Angebot und Nachfrage im Stromsystem besser zusammenfinden. Der Zubau großer Batteriespeicher wächst weiter. Dennoch bleibt die Steigerung der Flexibilität im Energiesystem eine Herausforderung.

Flexibler PPA: Return liefert Speicherstrom nach Bedarf

Schill sieht die Voraussetzungen für eine Beschleunigung der Energiewende derzeit als günstig an. Technologische Fortschritte, gesunkene Kosten und verbesserte Genehmigungsverfahren sprächen dafür, den Ausbau erneuerbarer Energien zu forcieren. Gleichzeitig sende die Bundesregierung gemischte Signale. Schill warnt: „Wenn der Ausbau der Erneuerbaren gebremst wird, droht ein unguter Kreislauf.“ Er betont, dass eine beschleunigte Energiewende nicht nur klimapolitisch, sondern auch industrie- und geopolitisch sinnvoll sei. Der Ersatz von Öl und Gas durch erneuerbaren Strom, Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen könne die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten deutlich verringern. (nhp)

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