Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) hat ein Gütesiegel für rückenfreundliche Photovoltaikmodule eingeführt. Geprüft werden Eigengewicht, Abmessungen und die Transportverpackung. Module, die die Kriterien erfüllen, lassen sich nach Angaben des Vereins unter geeigneten Bedingungen auch von einer einzelnen Fachkraft montieren. Als erster Hersteller erhielt DMEGC Solar im Juni 2025 das Siegel für zwei seiner Module.
Hohe Belastung bei der Modulmontage
Typische Photovoltaik-Module wiegen zwischen 25 und 30 Kilogramm. Das Handling auf dem Dach erfordert meist zwei Fachkräfte. Durch sperrige Formate, Arbeiten in der Dachschräge und ausgestreckte Armhaltungen entstehen hohe Belastungen.
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Wind und beengte Platzverhältnisse erhöhen das Risiko zusätzlich. Laut der Fehlzeitenanalyse 2024 der Innungskrankenkasse IKK classic verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen rund 31 Prozent der krankheitsbedingten Fehlzeiten im Handwerk. Erkrankungen der Lendenwirbelsäule belegen laut Jahresbericht 2024 der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) Platz drei der häufigsten Verdachtsfälle für Berufskrankheiten in der Baubranche.
Orientierungshilfe für Planer und Installateure
„Das Siegel ist eine neue und wichtige Orientierungshilfe bei der Produktauswahl für Planer und Installationsbetriebe. Es kennzeichnet Module, die über ihre technischen Spezifikationen hinaus ergonomische Anforderungen erfüllen“, erklärt AGR-Geschäftsführer Detlef Detjen.
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René Schüler, Head of Product Marketing Europe bei DMEGC Solar, sieht auch wirtschaftliche Vorteile: „Von kompakteren Modulen profitieren sowohl die Fachkräfte als auch die Endkunden.“ Kleinere Module ließen sich nach seinen Angaben leichter installieren, und auf komplizierten Dächern könnten mehr Module montiert werden, was die Gesamtleistung erhöhe.
Ergänzend zu ergonomisch optimierten Modulen verweist der Verein auf passive Exoskelette. Diese unterstützen durch Federn, Gummibänder oder Riemen die Bewegungen der Tragenden. Auch hierfür hat die AGR eigene Kriterien festgelegt. (nhp)
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