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Autobauer und Netzbetreiber forcieren bidirektionales Laden

Der neue Fachbereich A3 Elektromobilität im Energiesystem innerhalb der Energietechnischen Gesellschaft im VDE (ETG) ist Ende Mai 2026 erstmals zu einer Sitzung zusammengekommen. Ziel ist es, ein gemeinsames Systemverständnis zwischen Automobilindustrie und Energiewirtschaft zu entwickeln. Bislang fehle ein solches, erklärt der VDE.

Unterschiedliche Denkmodelle und Zeitachsen

Im Fachbereich kommen Experten aus Wissenschaft und mehreren großen Unternehmen beider Branchen zusammen. „Historisch haben Automobilindustrie und Energiewirtschaft unterschiedliche Denkmodelle, Zeitachsen und Zielgrößen. Es fehlt bislang ein gemeinsames Systemverständnis“, sagt Ralf Petri, Geschäftsführer der ETG und des VDE-Geschäftsbereichs Mobility.

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Die ETG fungiert dabei als Brückenbauer zwischen Mobilität und Energietechnik. „Wir sehen es als unseren Auftrag, interdisziplinäre technische Fragestellungen frühzeitig zu strukturieren, fachlich zu fundieren und in Normung, Forschung und Praxis zu überführen“, sagt Petri.

Doppelspitze aus Porsche und Westnetz

Die Leitung des Fachbereichs übernehmen Moritz Vaillant, bei Porsche zuständig für die Produktstrategie Smart Mobility, und Ingo Diefenbach, beim Verteilnetzbetreiber Westnetz verantwortlich für die Standardisierung von Produkten und Leistungen im Bereich Nieder- und Mittelspannung. Denn Elektromobilität ist kein reines Fahrzeugthema mehr. „Aus Sicht der Automobilindustrie entscheidet sich der Erfolg elektrischer Fahrzeuge zunehmend im Zusammenspiel mit Stromnetzen, Ladeinfrastruktur und Energieversorgung – hier braucht es ein gemeinsames Systemverständnis“, sagt Vaillant. Der Fachbereich biete die Chance, Sichtweisen etwa bei Ladeleistung, Netzorientierung und Standardisierung technisch zu synchronisieren.

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Diefenbach sieht im bidirektionalen Laden ein zentrales Bindeglied zwischen Mobilität und Energiewende: „Aus Sicht der Energiewirtschaft bieten Elektrofahrzeuge ein bislang ungenutztes Flexibilitätspotenzial, um volatile erneuerbare Energien verstärkt im Energiesystem zu integrieren und gleichzeitig für die Stabilisierung der Stromnetze nutzen zu können.“ Einbezogen werden sollen neben Automobilindustrie und Netzbetreibern auch Ladeinfrastrukturbetreiber und Energiehändler.

Bidirektionales Laden, Normung und Quartierslösungen auf der Agenda

Der VDE begleitet das Thema bereits seit längerem. Eine erste Task Force zum Elektroauto innerhalb der ETG gab es nach Verbandsangaben schon 2008. In der Kurzstudie „Energiegeladen in die Zukunft“ vom Herbst 2025 plädierte der Verband für branchenübergreifend akzeptierte Lösungen und regulatorische Klarheit beim bidirektionalen Laden.

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Auf der Agenda des neuen Fachbereichs stehen neben dem bidirektionalen Laden auch Normung, Schnittstellen und Steuerungskonzepte sowie die Harmonisierung von Netzanschlussregeln. Diese Themen werden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kommission Elektrotechnik (DKE) und dem Forum Netztechnik/Netzbetrieb (FNN) bearbeitet. Zudem soll sich das Gremium mit einer systemischen Betrachtung von Quartieren und Mehrfamilienhäusern hinsichtlich Erzeugung, Speicher, Ladeinfrastruktur und Energieflüssen befassen. (nhp)

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