Der österreichische Experte für Kreislaufwirtschaft Brantner Green Solutions hat jetzt auch in die eigene Zukunft investiert. Denn das Unternehmen hat den Fuhrpark am Hauptsitz im österreichischen Krems auf Elektromobilität umgestellt. Haben die Mitarbeiter früher mit 13 Schwer-Lkw mit Dieselmotor die Abfälle eingesammelt, rollen sie in Zukunft rein batterieelektrisch auf leisen Sohlen durch Niederösterreich. Nach eigenen Angaben verfüge das Unternehmen damit über die größte E-Lkw-Flotte der österreichischen Abfallwirtschaft.
Weniger CO2 und weniger Lärm
Der Fuhrpark von Brantner Green Solutions besteht aus 13 Mercedes-Benz Actros: zwei Sattelzugmaschinen, sechs Müllpresswagen und fünf Kofferfahrzeugen. Damit zeige das Unternehmen, dass leistungsstarke Elektromobilität auch im Schwerlastbereich praxistauglich ist. Überdies profitieren Personal und Anrainer besonders von der geringen Lärmbelastung. „Seit Anfang 2026 sind die neuen E-Lkw vollständig in unsere Fahrzeugflotte integriert“, erklärt Josef Scheidl, Geschäftsführer von Brantner Green Solutions. „Damit reduzieren wir nicht nur unseren eigenen CO2-Ausstoß, sondern ermutigen auch andere Unternehmen, einen Schritt in die richtige Richtung zu setzen“, erklärt er.
Passende Routen gefunden
Für den Umstieg auf die Elektromobilität hat Brantner die Routen, auf denen die Lkw unterwegs sind, aufgezeichnet und die Daten ausgewertet. Daraus konnte der Logistiker in den vergangenen Monaten jene Strecken ermitteln, auf denen eine Umstellung am effizientesten realisierbar ist, um die Reichweiten der Lkw von bis zu 550 Kilometern optimal auszunutzen.
Schon zwei neue Ladeparks gebaut
Um die Lkw auch immer in Bereitschaft zu halten, hat Brantner in eine eigene Ladeinfrastruktur investiert. So entstehen in der Kremser Brennaustraße und im 75 Kilometer entfernten Hagenbrunn jeweils Ladeparks mit hoher Ladeleistung. An diesem firmeneigenen Ladepark können die Fahrzeuge innerhalb von maximal sieben Stunden vollständig geladen werden. Damit sind sie pünktlich zum Dienstbeginn wieder einsatzfähig. Weitere Ladeparks sind in den Ortschaften Traiskirchen, Wulkaprodersdorf und Hohenruppersdorf geplant, die jeweils zwischen 100 und 150 Kilometer von Krems entfernt auf den Routen der Lkw liegen.
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Ladestationen über Energiegemeinschaft versorgen
Alle Ladestationen werden mit Ökostrom betrieben. Dazu hat Brantner auf mehreren Dächern seiner Standorte Photovoltaikanlagen errichtet. Diese liefern im Rahmen einer Energiegemeinschaft den benötigten Strom für die Ladestationen. Den Rest kauft Brantner mit Zertifikat aus dem Netz dazu. (su)