Die Möglichkeiten für Elektromobilisten, ihre Boliden zu laden, werden immer üppiger. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mitteilt, sind in Deutschland inzwischen mehr als 200.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte installiert. Das sind rund 40.000 mehr als noch vor rund einem halben Jahr.
Innerhalb der letzten sechs Monate ist die installierte Ladeleistung von rund 8,5 auf deutlich über neun Gigawatt gestiegen, teilt der Verband mit. Die hohe Ladeleistung von durchschnittlich 45 Kilowatt pro Ladepunkt resultiert daraus, dass in den vergangenen Monaten insbesondere Schnell- und Ultraschnelllader ab 150 Kilowatt errichtet wurden. In diesem Segment hat der Ausbau stark zugenommen.
Mehr Elektroautos verkauft
Gleichzeitig liegt die durchschnittliche Auslastung öffentlicher Ladepunkte allerdings weiterhin bei nur rund 15 Prozent. Dies zeige, dass derzeit nicht das Angebot, sondern die Nachfrage eine Herausforderung für die Energiewende im Verkehrssektor ist. Dies könnte sich aber in den nächsten Monaten weiter relativieren. Denn der Markt für Elektroautos hat kräftig Fahrt aufgenommen. Immerhin jeder fünfte neu zugelassene Pkw im vergangenen Jahr hatte einen Elektroantrieb.
Spezial zur Elektromobilität: E-Autos privat und im Betrieb clever laden
Zudem will die Bundesregierung noch in diesem Jahr eine Förderung für Elektroautos für Privathaushalte starten. „Wir begrüßen, dass die Bundesregierung Kauf und Leasing von E-Pkw für Privatpersonen mit einem Schwerpunkt auf der sozialen Ausrichtung fördert. Dies kann insbesondere den Absatz kleiner E-Fahrzeuge für den Massenmarkt unterstützen“, betont Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.
Strategie für die E-Mobilität notwendig
Diese Förderung komme zum richtigen Zeitpunkt, sagt sie. „Mit Blick auf einen stabilen Hochlauf für die Elektromobilität ist es allerdings notwendig, die Förderkulisse in Richtung einer nachhaltigen, dauerhaften Rahmensetzung weiterzuentwickeln“, fordert Kerstin Andreae. „Wir brauchen eine Elektromobilitätspolitik aus einem Guss, die konsequent auf Steuervorteile setzt. Unsere Nachbarländer haben vorgemacht, dass sich dieses Instrument bewährt hat.“
Elektromobilität: Zielgruppe und Nutzung verändern sich
Doch das Programm der Bundesregierung könne auch dem Elektromobilitätstrend in Deutschland noch mehr Schwung geben. „Grundsätzlich braucht es jedoch eine zielgerichtete und vorausschauende Elektromobilitätsstrategie. Die Aufweichung der Flottengrenzwertregulierung und ähnliche Negativdiskussionen stehen dem entgegen. Die Bundesregierung muss sich daher in Europa für eine faire Paketlösung für die Elektromobilität einsetzen“, schlägt die BDEW-Chefin vor. (su)